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Presseschau
Der NSU-Schock und seine politischen Folgen Drucken
3. November 2012 – Meininger Tageblatt
 
Die Verbrechen der rechtsextremen Terrorzelle NSU waren beispiellos – ebenso wie die Ermittlungsfehler. Parlamentarier mühen sich um Aufklärung, Minister arbeiten an Reformen. Bei der Aufarbeitung ist aber noch sehr viel zu tun.
Von Christiane Jacke
Berlin – Der Schock sitzt bis heute tief. Am 4. November 2011 wurden in einem ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt tot aufgefunden. Ihre Komplizin Beate Zschäpe stellte sich wenig später. Es folgte die Aufdeckung einer beispiellosen Serie an Verbrechen, Morden und Abscheulichkeiten – und die düstere Erkenntnis, dass die Sicherheitsbehörden in dem Fall kolossal versagten. Das rechtsextreme Trio hatte jahrelang unerkannt geraubt und getötet.
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„NSU-Aufarbeitung bewirkt wenig“ Drucken
3. November 2012 – Meininger Tageblatt
 
Dresden – Ein Jahr nach der Aufdeckung der NSU-Mordserie kritisieren Berater gegen Rechtsextremismus die bisherige Aufarbeitung. Die Arbeit in den Untersuchungsausschüssen fördere zwar immer wieder Skandale zutage, führe jedoch nicht zu einer darüber hinausgehenden Wirkung in der Gesellschaft, kritisierten Vertreter von Projekten in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen am Freitag in Dresden. „Die Ausschüsse arbeiten retrospektiv“, monierte Mikis Ries von der Mobilen Beratung Thüringen. „Es scheint, als würde der Untersuchungsausschuss hier in Sachsen wenig bewirken“, sagte Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen. Die Berater forderten eine breite öffentliche Diskussion über Rassismus. Zudem sei eine Neubewertung der Neonazi-Strukturen nötig. Inzwischen sei klar, dass es sich nicht bloß um eine Zelle, sondern ein bundesweites Terrornetzwerk handele.
dapd
 
Vorurteile gegen Zuwanderer bei den Behörden Drucken
2. November 2012 – Meininger Tageblatt
 
Vor einem Jahr flog die Neonazi-Terrorzelle auf. Es gab nicht nur Pannen und Fehler bei der Aufklärung. Rechtsextreme Einstellungen seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, heißt es warnend.
 
Berlin – Ein Jahr nach Aufdeckung der rechtsextremen Terrorzelle NSU werden tiefsitzende Ressentiments gegen Zuwanderer im deutschen Sicherheitsapparat beklagt. „Wir haben es mit einem Struktur- und Mentalitätsproblem zu tun“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Untersuchungsausschusses zu den NSU-Morden, Sebastian Edathy (SPD), am Donnerstag in Berlin. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, forderte deshalb eine Einstellungsquote für Polizisten mit Migrationshintergrund.
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SPD-Innenpolitiker fordern ein Verbot der NPD Drucken
2. November 2012 – Meininger Tageblatt
 
Naumburg – Die innenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktionen der drei mitteldeutschen Länder haben sich erneut für ein Verbot der rechtsextremen NPD ausgesprochen. Das Verbotsverfahren müsse jetzt durchgezogen werden, sagte der Innenpolitiker der SPD-Landtagsfraktion aus Sachsen-Anhalt, Rüdiger Erben, am Donnerstag in Naumburg nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Sachsen und Thüringen. Jetzt seien die Innenminister der CDU gefragt, klar Farbe zu bekennen und vor allem zu handeln.
dapd
 
NSU-Terror: Weiter Kritik an Behörden Drucken
31. Oktober 2012 – Meininger Tageblatt
 
Innenminister Friedrich sieht auch „strukturelles Versagen“ bei NSU-Ermittlungen. Im Parlament ist ein Streit über das Fortbestehen des NSU-Untersuchungsausschusses nach der Wahl 2013 entbrannt.
 
Berlin – Ein Jahr nach der Aufdeckung der Terrorgruppe NSU stehen die Sicherheitsbehörden weiter in der Kritik. Es würde derzeit untersucht, „wo es strukturelles Versagen gibt und wo persönliches Versagen von einzelnen Ermittlern“, sagte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Die Ombudsfrau für die Opfer der Terrorgruppe, Barbara John, warf den Sicherheitsbehörden vor, dieses Versagen bei den Ermittlungen nun auch noch vertuschen zu wollen.
Von der einzigen Überlebenden, Beate Zschäpe, forderte John, endlich ihr Schweigen zu brechen. „Wenn sie nur eine klitzekleine Faser Herz hat, würde sie das tun“, sagte John. Zschäpe sei die einzige, die den Angehörigen der Opfer Antworten auf ihre Fragen geben könne.
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